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Klonoa: Empire of Dreams

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Namco
Genre: Jump`n`Run
System: Game Boy Advance, Japan-Version
Besonderheiten: 3 Speicherplätze auf Modul; 3 Bonus-Stages
USK (ESRB): . / .
Spieler: 1
Testmuster von: Eigenimport

Jump´n´Runs Fans können sich nicht beschweren, dürfen sie doch aus einer Reihe von guten Spielen auf ihrem Handheld wählen. Auch Namco will nicht abseits stehen und schickt seinen putzigen Helden Klonoa, den einige vielleicht schon aus seinem "Door to Phantomile" Abenteuer auf Sonys PlayStation kennen, ins Rennen um die Gunst der Game Boy Advance Besitzer.

Wer des japanischen nicht mächtig ist, der wird von der Hintergrundgeschichte leider nicht besonders viel mitbekommen, da diese in japanischen Schriftzeichen erzählt wird. Dafür sind aber Hinweise zu den verschiedenen Fähigkeiten, die Klonoa beherrscht, trotz japanischer Schrift schnell kapiert, da kleine Grafiken zur Veranschaulichung dienen. Trotz dieses Mankos, so viel sei schon im Voraus verraten, lohnt sich ein Blick auf den Japanimport.

Fünf Welten sollt ihr durchstreifen
Ihr müsst mit eurem Helden fünf verschiedene Welten in klassischer 2D-Seitenansicht erforschen in der ihr beileibe nicht nur fordernde Hüpfpassagen zu bewältigen habt. Nein, auch eure kleinen grauen Zellen werden in den vielen Knobeleien auf der Suche nach Sternen, Schlüsseln und anderen Goodies gehörig gefordert. Nur wenn ihr in in einem Level drei Sterne aufspürt wird der Weg zum Ausgang und zum nächsten der fünf normalen Jump`n´Run Abschnitte einer Welt frei.

Was in der ersten dank recht einfacher Sprungpassagen und simpler Rätsel locker von der Hand geht wird spätestens ab Welt Nummero drei zur knackigen Herausforderung. Da müssen bombige Gegner geschultert, diverse Schalter kunstvoll betätigt, Schlüssel aufgespürt, Luftströme mal als Transportmittel benutzt mal mit Blöcken eingedämmt oder andere Blöcke mit Hilfe von Zeitbomben pulverisiert werden. Dann lasst ihr euch mal mit helikopterähnlichen Figuren in höhere Sphären tragen oder krallt euch von Sprung zu Sprung an kugelige Haken fest um Abgründe zu überwinden. Daneben erwarten euch natürlich selbstredend auch millimetergenaue Plattformhüpfereien bei denen ihr alles, was euch unfreundlich gesinnt ist, nicht berühren solltet.

Den Windring sollt ihr fleißig benutzen
Klonoa hat nämlich mit einem besonderen Handicap zu leben. Kontakt mit Gegnern ist für ihn bis auf eine Ausnahme absolut ungesund. Selbst die seit Mario so beliebte Hosenbodenattacke ist Gift für den kleinen Helden. Beim dritten Hautkontakt ist ein Bildschirmleben flöten habt ihr nicht ein gesundheitspendendes Herzchen gefunden. Die große Ausnahme: Klonoa führt einen Windring mit sich, mit dem er auf kurzer Entfernung die Fieslinge anpickst und anschließend locker hoch stemmt um sie beliebig als Wurfgeschoss einzusetzen.

Allerdings ist dies nicht ihr einziger Verwendungszweck. Viel nützlicher sind die geschulterten Gesellen um höhere und weitere Sprünge auszuführen. Schleudert ihr sie auf dem höchsten Punkt eines Sprunges von euch, macht ihr einen weiteren Satz nach oben so dass auch abgelegenere Plattformen in eure Reichweite kommen. Gleiches gilt für diverse Blöcke, die euch entweder als Leiterersatz dienen oder weggeschleudert euch in größere Höhen befördern. Zusätzlich setzt Klonoa auch gerne seine langen Schlappohren als Stummelflügel ein, die ihn noch etwas länger in der Luft halten.

Auf Surfbrettern sollt ihr reiten
Neben den Knobel-Jump`n´Run Abschnitten bringen drei weitere Levelarten ein wenig Abwechslung. Zum einen zeigt sich Klonoa als begnadeter Surfer, wenn er mit untergeschnalltem Brett pfeilschnell über hügelige Landschaft düst. Dabei weicht er geschickt allen Gegnermassen aus und vereinnahmt mit gewagten Sprüngen Edelsteine und andere Extras. Etwas hektischer geht es in den Auto-Scrolling Abschnitten zu. Ohne euer zutun scrollt das Bild in der Horizontalen oder Vertikalen weiter, so dass euer virtuelles Alter Ego die Beine in die Hand nehmen muss um nicht zurück zu bleiben und so eines seiner Bildschirmleben zu verlieren. Zu guter Letzt erwartet euch in jeder Welt ein Bossgegner, der es natürlich genreüblich in sich hat.

Grafisch präsentiert sich Klonoas Abenteuer von der gehobeneren Klasse. Flüssige Animationen auf bunten Hintergründen mit gelungenem Parallax-Scrolling umschmeicheln eure Augen. Dank überwiegend heller Farbgebung auch bei ungünstigeren Lichtverhältnissen gut spielbar. Allerdings können die Level nicht ganz mit der detaillierten Grafikpracht eines "Wario Land 4" mithalten. Dafür bietet Klonoa noch zwei besondere Schmankerl, bei denen Nintendos Hardware seine Grafikmuskeln spielen lassen darf. Zum einen gibt es Abschnitte, in denen bei Betätigung eines Schalters der ganze Bildschirminhalt um 90 Grad gedreht wird. Zum anderen wird in den Endgegnerduellen fleißig herumgezoomt.

Bildschirmleben sollt ihr horten
Immerhin drei Spielstände finden auf dem Modul Platz. Die Speicherung erfolgt automatisch, wenn ihr einen Level erfolgreich hinter euch gebracht habt. Mit drei Leben beginnt ihr euer Hüpfspielabenteuer. Stockt die Anzahl durch das Aufsammeln von Extra-Leben auf, damit ihr auch in den späteren anspruchsvolleren Welten (bei mir waren die Auto-Scrolling Abschnitte Bildschirmlebenfresser) eine kleines Polster habt. Dies sollte kein Problem sein, wenn ihr bei Knappheit einfach mal wieder in den Level der ersten Welt auf Extralebensuche geht.

Verliert ihr mal eines euer Bildschirmleben müsst ihr einen Level nicht wieder komplett neu beginnen. Jeder Level einer Welt besteht aus mehreren Abschnitten. Ihr fangt immer wieder in dem Abschnitt an, in dem euch der letzte folgenschwere Fehler unterlaufen ist. Schlüssel, Sterne, Edelsteine oder andere Extras dieses Abschnittes müßt ihr allerdings wieder von Neuem einsammeln.

Bonus-Level sollt ihr erlangen
Am Ende eures Abenteuers erwarteten euch noch ein paar Extra Level. Nach dem Sieg über dem Obermotz gelangt ihr bereits zum ersten von drei Special-Stages. Den zweiten gibt es, wenn ihr alle Level erfolgreich hinter euch gebracht habt. In den fünf Welten ist es nämlich nicht immer nötig, alle Level zu durchlaufen, wenn ihr den jeweiligen Weltenboss erreichen wollt. An den letzten Bonuslevel kommen nur sehr ausdauernde Klonoa Spieler heran. Diesen bekommt ihr (soweit mir bekannt ist) nur zu Gesicht, wenn ihr alle Edelsteine eingesackt habt. Davon liegen abgesehen von den Surf-Abschnitten (hier sind es 100 an der Zahl) immer 30 Stück pro Level in der Gegend ´rum, die nicht immer leicht zu erreichen oder zu finden sind.

Mein Danke geht an Hans Meier, dessen Leihgabe diesen Test erst möglich gemacht hat :-)

fazit

Klonoa hat es ganz schön dick hinter den Ohren. Sind die ersten beiden Welten noch recht fix hinter euch gebracht, bietet "Klonoa: Empire of Dreams" später eine knackige Herausforderung nach der anderen. Knifflige Sprungpassagen wechseln sich mit Rätseln ab um an begehrte Extras oder die für den Spielverlauf wichtigen Sterne heran zu kommen. Das Leveldesign bleibt dabei von einigen Ausnahmen immer fair. Nur an wenigen Stellen könnt ihr etwas falsch machen, so dass es mal nicht weiter geht. Dann verlasst ihr einfach den Abschnitt eines Levels um ihn anschließend sofort wieder zu betreten, damit alles wieder an seiner Ausgangsposition ist. Alles in Allem ein prächtiges Knobel Jump´n`Run, an dem ihr lange eure Freude haben werdet, das aber auch gerade Anfängern einiges abverlangt (sag).


grafik: 7.5 | sound: 7.0 | gameplay: 8.5 | gesamt: 8.5
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