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Power Rangers Time Force

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: THQ
Genre: Action Jump´n´Run
System: Game Boy Advance, PAL-Version
Besonderheiten: Passwortsystem; dt. Spieletexte
USK (ESRB): Geeignet ab 6 Jahren
Spieler: 1
Testmuster von: THQ

Wenn ich an Versoftung von bekannten Fernsehserien denke, dann fallen mir in erster Linie die überwiegend grottenhaft schlechten Games zu den "Simpsons" und "South Park" ein. Ob sich "Power Rangers Time Force" in die unrühmliche Phalanx der Titel einreiht, die außer dem großen Namen spielerische Schonkost zu bieten haben?

Als Power Ranger habt ihr es nicht leicht. Da hat es doch ein dahergelaufener Gauner mit Namen Ransik gewagt aus seinem Kittchen auszubrechen. Statt in irgendeinem Großstadtmoloch unterzutauchen und sich ruhig zu verhalten um nicht aufgegriffen zu werden, treibt es das Kerlchen etwas bunter. Er flieht durch verschiedene Zeitepochen die tapferen Time Force Power Rangers immer dicht auf den Fersen. Schließlich muss verhindert werden, dass Ransik etwas Dummes anstellt, was temporale Konsequenzen haben könnte.

Zeitreisen inklusive
Dazu springt und prügelt ihr euch in traditioneller 2D Seitenansicht durch verschiedenste Zeitalter. Immer auf der Suche nach Ransiks Mannen, die sich zur jeweiligen Epoche passend verkleidet haben. Schreitet ihr zum Beispiel durch den Wilden Westen, begegnen euch unfreundliche Cowboys, die erst nach einem kleinen Tritt oder Schlag ihr wahres Aliengesicht zeigen.

Neben Händen und Füßen erwehren sich die Power Rangers auch mit härterem Kaliber. Habt ihr jeweils ein bestimmtes Extra gefunden, heizt ihr den Bösewichtern mit Schwert oder dem Tornadoblitz (eine dicke Wumme) ein. Bei Gebrauch geht kostbare Energie drauf, die ihr durch Einsammeln des entsprechenden Energieextras wieder auffrischt. Ist die Energieleiste proppevoll, heizt ihr der Gegnerschar mit einer explosiven Superattacke ein.

Jäger und Sammler
Die Energieauffrischer findet ihr meist offen in der Gegend herumliegen. Wertvollere Extras winken nach etwas anspruchsvolleren Hüpfereien oder in Geheimräumen, die sich hinter scheinbar soliden Wänden verstecken. Der Doppelsprung, mit dem ihr noch größere Sätze vollführt, leistet euch dabei gute Dienste, wenn es darum geht das Plattformgehüpfe heil zu überstehen. Ebenfalls als nützlich erweisen sich Zeitstops, die Gegner kurzfristig einfrieren lassen, oder ein Schild, das euch für kurze Zeit unverwundbar macht.

Am Ende des Levels erwartet euch ein Bossgegner. Zunächst heizt ihr ihm mit eurem Power Ranger ein. Ist er besiegt, ist die Gefahr aber noch nicht gebannt. Der Bösewicht verwandelt sich in ein Riesen-Monster, dem ihr nur mit dem Megazord Einhalt gebieten könnt. Habt ihr euch auch hier behauptet, ist nicht viel Zeit um sich in der eigenen Stärke zu sonnen. Schließlich steht ein erneuter Zeitsprung an.

Fünf Power Rangers
Fünf Bildschirmleben trennen euch vom "Game Over". Jedes steht für einen eurer Power Ranger. Ist einer in die ewigen Time Force Jagdgründe eingegangen, spielt einfach mit einem anderen weiter. Da ihr jederzeit zwischen euren Kämpfern wechseln dürft ist es anzuraten, angeschlagene Power Rangers eine Ruhepause in der zweiten Reihe zu gönnen, bis ihr einen Verbandskasten zum aufpäppeln findet. Mit dem Auffinden eines Wiederbelebungselixiers steht euch ein ausgefallener Ranger wieder zur Verfügung. Sind alle Helden wohlauf winkt sogar ein Continue.

Damit ihr das ganze Spiel nicht an einem Stück durchspielen müsst, bekommt ihr nach jedem erfolgreich bestandenen Level ein Passwort spendiert. Gebt ihr die erfreulich kurze Zeichenkette später wieder ein müsst ihr einmal absolvierte Abschnitte nicht nocheinmal durchwandern. Gut animierte Charaktere und durchweg ordentlich in Szene gesetzte Level bieten optisch gehobene Durchschnittskost ohne aber an Highlights ala "Wario Land 4" heran zu kommen. Gerade zu Beginn solltet ihr unbedingt für gute Lichtverhältnisse sorgen, da dunkle Farben überwiegen.

fazit

Die ersten Minuten hat "Power Rangers Time Force" durchaus seinen Reiz. Von Plattform zu Plattform zu hüpfen und dabei Ransiks Alienbrut zu plätten hat für Fans der Fernsehserie durchaus was. Allerdings läßt der Spaß nur allzu schnell wieder nach, da es einfach an Abwechslung mangelt. Immer wieder nur derselbe eine Schlag und derselbe eine Tritt/Sprungtritt ödet schnell an. Da können auch die Wumme und das Schwert den Spielspaß aus dem Jammertal der Langeweile nicht mehr herausreißen. Hinzu kommt, dass das Leveldesign viel zu linear gestrickt ist und euch mit einige fiesen Stellen ärgert an denen ihr urplötzlich einen euer Power Rangers Mannen einbüßt. Selbst für Fans der Fernsehserie daher nicht zu empfehlen (sag).


grafik: 6.0 | sound: 5.5 | gameplay: 4.0 | gesamt: 4.5
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