Konsolen.net > Tests > Game Boy Advance: Boxing Fever

tests

Boxing Fever

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Digital Fiction / Majesco / THQ
Genre: Sportspiel
System: Game Boy Advance, PAL-Version
Besonderheiten: Passwortsystem
USK (ESRB): Geeignet ab 6 Jahren
Spieler: 1 - 2 (2 Module)
Testmuster von: THQ

Nach Midway ("Ready 2 Rumble 2") und Ubi Soft ("Mike Tyson Boxing") betritt mit THQ's "Boxing Fever" ein dritter Kontrahent den Game Boy Advance Ring. Spielt sich bei den ersten beiden Titeln das Geschehen in einer Third-Person-Ansicht ab führt ihr in "Boxing Fever" Euren Faustkämpfer in der Ego Perspektive zum Titelgewinn. Ob das gut gehen kann?

Während ihr euch bei der Konkurrenz frei innerhalb des Ringes bewegen dürft, steht ihr in "Boxing Fever" festgenagelt an einer Stelle. Lediglich eine kleine Ausweichbewegung nach Links oder Rechts ist machbar wollt ihr den aufdringlichsten Schlagkombinationen aus dem Wege gehen. Ansonsten hilft nur das Blocken um nicht vermöbelt zu werden. Entweder schützt ihr eure Gesicht oder versucht Körpertreffer wirkungslos an euren Fäusten verpuffen zu lassen.

Hektische Taktiererei
Wollt ihr euer Gegenüber ins Reich der Träume schicken, ist neben hektischem Rumgeschlage auch taktisches Vorgehen angesagt. Wildes Drauflosprügeln allein bringt euch nicht sehr weit. Vielmehr heißt es sein Gegenüber richtig auszugucken. Nach geschicktem Ausweichen oder Abblocken nutzt entstehende Blößen um eurerseits den ein oder anderen Schlag anzubringen. Mit der linken oder der rechten Klebe malträtiert ihr entweder den Kopf oder den Körper eures Kontrahenten.

Besonders wirkungsvolle Treffer landet ihr, wenn ihr vor dem Austeilen das Steuerkreuz etwas länger gedrückt haltet. Blinkt eure Faust auf landet ihr einen besonders heftigen Punch. Natürlich nur, wenn eure Gegner nicht behände ausweicht oder blockt. Doch Vorsicht: Während ihr zum großen Schlag ausholt, ist eure Deckung völlig offen. Darum sind solche harten Schlägen in den höheren Schwierigkeitsgraden sehr schwer anzubringen.

Skurrile Typen im Ring
Auf reale Sportler müsst ihr wie schon in anderen Boxspielen verzichten. Dafür stehen euch zu Beginn immerhin acht skurrile Typen zur Verfügung. Sogar zwei im Vergleich zur männlichen Boxerfraktion zierliche weibliche Athleten wollen den Schwergewichtsthron erklimmen. Es bleibt ganz euch überlassen, ob ihr lieber einen schnellen Fighter mit recht wenig Schmackes in den Schlägen nehmt oder lieber jemand mit kräftigem Bumms aber dafür trägerem Handling.

Euer besonderes Augenmerk sollte der Gesundheits-Anzeige in der oberen linken Ecke des Bildschirmes gelten. Hier lest ihr anhand eines Diagrammes ab, wie viel Schläge ihr noch einstecken könnt und wie es um eure Kondition bestellt ist. Jeder eingesteckte Treffer nagt unerbittlich an eurer Kraft. Ist der Balken komplett verschwunden, landet euer Alter Ego unerbittlich auf den Brettern. Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Euer Boxer erholt sich nach dem Niederschlag etwas um anschließend nach kurzer Anzählerei erfrischt wieder ans Werk zu gehen.

Knock Out
Erst nach dem dritten Niederschlag ist eure Niederlage besiegelt. Dies gilt übrigens genau so für euren Kontrahenten, dessen Fitnessbalken ihr in der anderen Bildschirmecke seht. Große Ausnahme ist der Survival Modus. Hier gewinnt ihr schon beim ersten Niederschlag um anschließend sofort den nächsten Faustkämpfer Auge in Auge gegenüber zu stehen. Allerdings mit wieder aufgefülltem Energiereservoir.

Euren ersten Schritte in der harten Boxerwelt sollten euch ins Trainingscamp führen. Zwei Übungen erwarten euch. In der ersten gilt es möglichst viele der vorgegebenen Schläge innerhalb kurzer Zeit im Ziel zu landen. Besonders hilfreich: Die Steuerkreuz/Button Kombination für die korrekte Ausführung wird am unteren Bildschirmrand angezeigt. In der zweiten Übung gilt es Combos korrekt nachzuahmen.

Ab in den Ring
Habt ihr euren Roboter-Sparringspartner genug in Anspruch genommen und die verschiedenen Schläge und Combos verinnerlicht wagt euch in den virtuellen Ring. Passt vorher noch Rundenzeit und Anzahl der Runden innerhalb vorgegebener Grenzen in den Optionen eurem Geschmack an, bevor ihr die Fäuste sprechen lasst. Klar, für einen der acht Athleten müsst ihr euch vorher natürlich auch noch entscheiden.

Neben einem einzelnen Clinch und dem Survival erwartet euch eine komplette Meisterschaft, in der ihr euch nacheinander gegen alle anderen Boxer behaupten müsst wollt ihr euch die Weltmeisterkrone aufsetzen. Damit ihr nicht alle Matches in einer Spielesession absolvieren müsst, gibt es nach jedem erfolgreichen Kampf ein acht Zeichen langes Passwort. Für einen Batteriespeicher hat es leider mal wieder nicht gereicht.

Abgefahrene Endgegner
Habt ihr im Survival und der Meisterschaft alle Kontrahenten aus dem Ring befördert, erwartet euch die ultimative Herausforderung. Um die WM-Krone gilt es eine aggressiven Boxer-Maschine auf die Bretter zu schicken. Im Survival stellt sich euch (diesmal aber über drei reguläre Niederschläge) ein doppelköpfiger Zyklop entgegen, der zu allem Überfluss auch noch vier Fäuste sein eigen nennt.

Optisch leistet sich "Boxing Fever" keine nennenswerte Ausrutscher. Ganz im Gegenteil, flutscht doch alles recht flüssig über das Display des Handhelds. Auch die abwechslungsreichen Hintergründe können sich sehen lassen. Unter die Rubrik witziger Atmosphärenbonus fallen die beiden Spezialeffekte bei eigenem Niederschlag. Da fallen euch eurem Recken vor Erschöpfung die Augen zu oder ihr seht euren Kontrahenten doppelt.

Da ich keinen Partner mit einem "Boxing Fever" Modul auftreiben konnte, kann ich euch leider zum Multiplayerpart nicht viel sagen. Nur soviel: Zwei Spieler dürfen sich die virtuellen Fäuste um die Ohren hauen, falls jeder über ein "Boxing Fever" verfügt und ein Link-Kabel vorhanden ist (logisch). Daher bitte beachten: Die Wertung bezieht sich ausschließlich auf den Solo-Spieler-Modus!

fazit

Gar nicht übel, was THQ da auf den viel zu dunklen Bildschirm des Game Boy Advance gezaubert hat. Taktisch angehauchte Boxkämpfe mit hart austeilenden Gegnern lassen richtig gute Stimmung aufkommen – auch wenn es ganz schön hektisch zugeht. Zudem ist das Ganze optisch ansprechend in Szene gesetzt. Leider reicht es nicht ganz zu höheren Wertungsweihen. Nur acht Faustkämpfer sind nicht gerade viel. Dank fehlender Batterie fällt auch die Jagd nach Highscores oder Bestzeiten flach, habt ihr erst einmal alle Wettbewerbe gewonnen.

Eigentlich Schade. Ein paar skurrile Fighter mit irrwitzigen Spezialattacken und den ein oder anderen Spielmodi mehr sowie eine eingebaute Batterie und "Boxing Fever" hätte nicht viel gefehlt um in die selbe Gewichtsklasse wie der 16-Bit Klassikers "Super Punchout" von Nintendo zu gelangen. Alles in Allem aber machen Fans des Boxsportes mit "Boxing Fever" einen guten Griff (sag).


grafik: 7.0 | sound: 6.0 | gameplay: 6.5 | gesamt: 7.0
Copyright 1996-2007 bei Jochen Rentschler. Alle Rechte vorbehalten.