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Dark Summit

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Radical Entertainment / THQ
Genre: Action-Sportspiel
System: GameCube, PAL-Version
Besonderheiten: benötigt Memory Card (4 Blöcke); komplett deutsch
USK (ESRB): Geeignet ab 6 Jahren
Spieler: 1 - 2
Testmuster von: THQ

Im Skigebiet des Mount Garrick ist ein unbekanntes Flugobjekt nieder gegangen. Flux setzt das Militär verdeckt operierende Agenten in Marsch um heimlich, still und leise das Geheimnis dieser "Störung" mit High-Tech Gerät zu ergründen. Hört sich nach einem Action Titel an, in dem ein schwer bewaffneter Held gegen böse Aliens und deren Verbündete antreten muss, oder? Mitnichten. "Dark Summit" ist vielmehr ein Snowboardspiel mit ungewöhnlicher Hintergrundgeschichte und Spielablauf.

Dark Summit Packung Der Alptraum für die Geheimniskrämer ist die illustre Snowboardszene am Mount Garrick, die sich partout nicht von der vom Militär unterwanderten privaten Bergwacht unter Chief O'Leary von ihren Skipisten vertreiben lassen will. Mit der rothaarigen Naya steuert ihr einen dieser "Freiheitshelden" durch die Tücken der halsbrecherischen Abfahrten. Dabei werdet ihr keine Rennen bestreiten wie ihr sie in herkömmlichen Snowboarditeln gewohnt seit, sondern müsst Aufgaben, sogenannte Herausforderungen, lösen, bei der ihr nach und nach den seltsamen Geschehnissen am Mount Garrick auf die Spur kommt.

Via Handy nimmt ein Agent Kontakt mit Naya auf, wenn sie auf den Kursen verstreute durch riesige Lichtsäulen farbig hervorgehobene Com-Link-Tore passiert. Jetzt heißt es obacht und genau zugehört. Der Agent stellt euch eine Aufgabe, die es tunlichst zu erfüllen gilt. Zu Beginn eures Abenteuers bestehen diese meist aus der akkuraten Vorführung einer Anzahl vorgegebener Tricks. Ideal um mit der leicht zugänglichen Steuerung vertraut zu werden. Denn nur wer das nötige Grundrüstzeug im Schlaf beherrscht wie richtig getimte Sprünge und Grinds wird sich auch im späteren Spielverlauf behaupten können.

Schon bald werden die Aufgaben - insgesamt warten immerhin 45 auf ihre Abarbeitung - anspruchsvoller und schwerer zu lösen. Da wären vor allem die sich im Schwierigkeitsgrad zum Teil immens steigernden Kunststückchen, die fehlerfrei und meistens noch mehrmals in einem Streckenabschnitt vorgeführt werden sollen. Da brettert ihr zum Beispiel von einer Skisprungschanze, um gleich ein Vielzahl von Tricks in einem Sprung zu zeigen. Oder euer Können in einer Halfpipe ist gefragt, die euch auf einer der erst frei zu spielenden Strecken über den Weg laufen wird.

Dark Summit


Ab und zu müssen Wettfahrten bestritten werden. Allerdings sind dies keine Rennen, wie ihr sie aus anderen Snowboardtiteln gewohnt seit. Einmal seit ihr zum Beispiel auf der Flucht vor den skibewehrten Mannen der Bergwacht, ein anderes mal seit ihr der Jäger und sollt sie über den Haufen fahren. In anderen Herausforderungen müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Hindernissen mit eurem Board umnieten, wie Schneemänner, kleine Mini-Häuschen oder Schilder. Keine Angst, wenn ihr im ersten Anlauf keinen Erfolg habt, steigt in den Skilift und stürzt euch ein weiteres Mail den Berg hinab. Das Com-Link-Tor wartet für weitere Versuche an selber Stelle auf euch.

Das irgendetwas am Mount Garrick faul ist seht ihr bereits auf eurer ersten Tour den Berg hinab. Eure Spielwiese will trotz Schneekanonen und Pistenraupen so gar nicht wie ein normales Wintersportgebiet aussehen. Seltsame Tümpel mit blubbernder farbiger Flüssigkeit, herumliegende Stahlfässer, riesige Gerüste und Schienen, Absperrvorrichtungen, wie kleine Fallbäume oder Elektrozäune, allerlei anderes Gerümpel aber auch vereinzelte Baufahrzeuge, Hubschrauber und Panzer zeugen davon, dass hier irgendetwas äußerst seltsames vor sich geht. Je weiter ihr den Berg hinaufkommt, indem ihr weitere Pisten freispielt, umso fremdartiger wird die ehemals heile Bergwelt. Selbst die Flora scheint in Mitleidenschaft gezogen.

Dark Summit


Die extrem langen Strecken strotzen nur so vor kleinen Verzweigungen und versteckten Arealen. Für Forschernaturen genau das richtige. Viele Bereiche erreicht ihr nur mit beherzten, genau getimten Sprüngen oder halsbrecherischen Grinds über hoch durch die Luft führende Schienen. Alle Abfahrten gehören zu einem zusammenhängenden Skigebiet, so dass ihr die einzelnen Abschnitte auch in einem Rutsch durchfahren dürft. In einem Rennen gegen Chief O'Leary gegen Ende eures Abenteuers müsst ihr dies sogar. Ein Muss ist dies aber nicht, da sich an den Übergängen zwischen den einzelnen Pisten immer eine Station des Skilifts befindet. Der Trainings-Modus ist ideal um alles ausgiebig zu erforschen. Allerdings habt ihr nur Zugriff auf die Gebiete, die ihr auch im normalen Spielmodus freigespielt habt.

Zwei Zahlen stehen bei den ganzen Abfahrten im Mittelpunkt eures Interesses. Da wären zunächst einmal die Liftpunkte. Für jede euch gestellte Aufgabe ist eine Belohnung in Form von besagten Liftpunkten ausgelobt, die für das Fortkommen in "Dark Summit" von elementarer Bedeutung sind. Schließlich ist eine bestimmte Mindestpunktzahl Voraussetzung dafür, den Skipass einer weiteren der vier sehr langen Pisten des Berges zu erlangen (plus zwei weitere verborgene Abschnitte). Zu Beginn steht euch nämlich nur eine einzige Abfahrt offen.

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Für jeden erfolgreich vorgeführten Trick, wie Grabs, Flips oder Grinds, streicht ihr zusätzliche Ausrüstungspunkte ein. Je spektakulärer eure Vorführung zum Beispiel durch Kombination verschiedener Kunststücke, umso mehr Punkte wandern auf euer Konto. Habt ihr genügend gehamstert, freut euch über neue Outfits, schnellere Boards oder andere nette Goodies für eure virtuelle Sportlerin. Besucht nach einer Abfahrt den Ausrüstungsshop um euch neu auszustaffieren. Damit euer Guthaben kräftig aufgefüllt wird, findet die wertvolleren und komplizierter auszuführenden Stunts auf den Pisten indem ihr die verstreuten Trick-Symbole einsammelt. Welche ihr bereits aufgeklaubt habt verrät euch das Pausen-Menü.

Allgemein werden euch eine Menge nützlicher Informationen kredenzt. So seht ihr nicht nur die bereits verfügbaren Spezialtricks ein, sondern findet auch eine Liste aller gelösten Aufgaben für jede Strecke. Seht ihr hier noch Einträge der Marke "Geheim" warten weitere Herausforderungen auf euch. Während einer solchen findet ihr übrigens eine Anzeige auf dem linken oberen Bildschirm, in der zum Beispiel die Zahl der bisher ausgeführten Tricks der geforderten Art aufgeführt sind oder wie viele Schneemänner oder Schilder ihr umgefahren habt. Dazu findet ihr Angaben wie viel ihr vom Spiel bereits gelöst habt oder wie viele Bomben ihr gesammelt habt.

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Während es nicht notwendig ist alle Herausforderungen zu absolvieren um das Ende des Spieles zu erreichen sieht das mit den Bomben anders aus. Nur wer alle fünf gefunden hat erreicht das Finale von "Dark Summit". Nachdem ihr einen letzten sehr kniffligen Abschnitt zum Hauptquartier der Verschwörung hinter euch gebracht habt, wollen die fünf Sprengsätze platziert werden (geschieht automatisch). Diese findet ihr auf bestimmten Abschnitten der Pisten. Eine freundliche Skifahrerseele führt euch zum Explosivkörper. Zur Belohnung dafür, dass ihr euch der Verschwörung erfolgreich entgegen gestellt habt, stehen fortan fünf weitere Snowboarder zum Einsatz bereit.

Auch zu zweit hat "Dark Summit" einiges zu bieten. In drei verschiedenen Spielmodi messt ihr euch mit einer Freundin oder einem Freund via Splitscreen. Ihr dürft in einer Abfahrt den schnellsten Snowboarder ermitteln, in der Half Pipe Tricks um die Wette vorführen oder herausfinden, wer in einer Abfahrt die meisten Hindernisse auf der Strecke plätten kann.

Dark Summit


Bei der Grafik müsst ihr mit dezentem Pop-Up und einigen wenigen Rucklern bzw. Slow-Downs Leben. Ansonsten flutscht euer Trendsportler angenehm flüssig und mit ordentlich Speed durch die mit vielen kleinen Details aufwartenden Strecken. Dicke PAL-Balken sucht ihr dank sehr guter Anpassung vergeblich. Die hierzulande veröffentlichte PAL-Version ist komplett eingedeutscht. Neben übersetzten Spieletexten gibt es auch deutsche Sprachausgabe. Sie ist zwar nicht sonderlich originell weist aber den ein oder anderen kleineren Gag auf.

fazit

"Dark Summit" ist ein ungewöhnlicher Titel. Ein Snowboarspiel, bei dem es nicht um Platzierungen und Bestzeiten geht, kann das funktionieren? Ja, es kann. Nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung fesselt die Lösung der teilweise sehr anspruchsvollen Herausforderungen und das Erforschen der riesigen und verzweigten Pisten ungemein. Zumal einiges an Geschick nötig ist um alle Aufgaben erst einmal zu finden geschweige denn sie letzten Endes auch erfolgreich zu meistern. Einzig das Extras-System hätte mehr Feinschliff vertragen können.

Wenn ihr nicht einfach nur stur den Berg bis zur jeweiligen Herausforderung hinunter düst sondern durch ständige Tricks Ausrüstungspunkte einfahrt, hab ihr spätestens Mitte der zweiten Strecke bereits alle Outfits, Boards und anderen Schnick-Schnack erspielt. Außerdem ist es Schade, dass ihr die fünf weiteren Snowboarder erst nach Beendigung des Spieles mit Naya bekommt. Schließlich ändert sich auf den Pisten nichts, wenn ihr mit einem anderen Sportler das Geheimnis des Berges ein weiteres Mal ergründet (sag).


grafik: 7.0 | sound: 6.5 | gameplay: 7.5 | gesamt: 8.0
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